Peter Fulda, geboren 1968 in Schwabach, ist einer der wenigen dezidierten Jazz-Komponisten, deren Schaffen im strengen Sinne als "umfassend" bezeichnet werden kann. Neben ca. 200 Kompositionen für kleine, mittlere und große Jazz-Ensembles schrieb er Werke für Symphonieorchester, Chöre, Bühnenmusiken, elektronische Musik, ein Oratorium und eine Oper.

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VITA

Aufgewachsen in einer musikaffinen Familie erlernte Peter Fulda ab dem 5. Lebensjahr autodidaktisch das Klavierspiel und erarbeitete sich aus dem Notenschrank des Vaters einen guten Teil des klassischen Klavierrepertoires. Angeregt vom Musikstudium des älteren Bruders begann er mit 12 Jahren zu komponieren und sich für die Klangwelten von Neuer Musik und Jazz zu begeistern.
Noch während der Schulzeit begann Fulda, Jazz-Konzerte zu organisieren und dafür Programme zu arrangieren und komponieren.

Fasziniert von der instrumentalen Virtuosität und dem profunden theoretischen Wissen des Pianisten Chris Beier studierte er bei diesem am Herrmann-Zilcher-Konservatorium in Würzburg Jazz-Klavier. Besonders großer Ansporn war ihm Beiers Forderung nach einer eigenen künstlerischen Sprache.
Anschliessend begann er ein Kompositionsstudium an der Kölner Musikhochschule. Prägend waren dort jedoch viel mehr der kulturelle Reichtum der Stadt und das Absorbieren des State-of-the-Art der Jazz-Szene.

Noch während des Studiums veröffentlichte er die CDs "Tarot Suite" (Trio) und "Fin de siécle" (solo), erhielt Kompositionsaufträge u.a. vom Bundes-Jazz-Orchester, dem Landes-Jazz-Orchester Bayern, dem Bayerischen Rundfunk, dem WDR, schrieb eine erste Bühnenmusik und gewann verschiedene deutsche Wettbewerbe als Pianist und Komponist. Auch unterrichtete er Harmonielehre und Gehörbildung an der Fachhochschule für Musiktherapie in Heidelberg.

In der Folgezeit konnte Peter Fulda sich mit regelmässigen Konzerten, Rundfunk- und CD-Produktionen und Kompositionsaufträgen als Komponist, Pianist und Arrangeur in der deutschen Jazz-Szene etablieren. Neben der obligatorischen Arbeit als Sideman in verschiedensten Bands und Ensembles führte er regelmässig eigene Projekte durch, produzierte diese für den Rundfunk, konzertierte und/oder veröffentlichte sie auf CD.
Hierbei Zusammenarbeit u.a. mit Nils Wogram, Michael Wollny, Céline Rudolph, Frank Möbus, Christopher Dell, Charlie Mariano, Jerry Bergonzi, Lutz Häfner, Sunday Night Orchestra, HR Bigband, NDR Bigband, Würzburger Philharmoniker, Nürnberger Symphoniker, Bayerisches Kammerorchester, Gerard Lesne, Novotnik 44, Seven Minds, Sajal Karmakar, Leszek Zadlo, Norbert Nagel, …

Insbesondere das Peter Fulda Trio mit Henning Sieverts (Bass) und Bill Elgart (Schlagzeug) konzertierte mehrere Jahre als eines der ersten "neuen Klaviertrios" in Deutschland, veröffentlichte die CDs "The Nightmind" und "Little Box Of Sea-Wonders" und produzierte für Rundfunk und Fernsehen.

Seit jeher von aussereuropäischen Musikwelten angezogen begann Fulda im Jahr 2000 ein Tabla-Studium bei Sajal Karmakar.

Im Jahr 2000 erhielt Peter Fulda den Wolfram-von-Eschenbach-Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken, 2001 den "Kulturmeter" der Stadt Schwabach.

An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main unterrichtet Peter Fulda seit 2001 Komposition und Arrangement.

Auf Einladung des "Conseil des Arts et des Lettres du Québec" verbrachte er 2003-2004 ein Jahr als artist in residence im kanadischen Montréal.

2010 gründete er mit Musikern verschiedenster stilistischer Herkunft den Verein Metropolmusik, der sich die Förderung der kreativen Musik der Metropolregion Nürnberg zum Ziel gesetzt hat. Seit ihrem Bestehen hat die Metropolmusik ca. 150 Konzerte veranstaltet und an die 500 neue Werke initiiert. Im Jahr 2013 wurde die Arbeit des Vereins mit einem Kulturpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.

2011 gründete Peter Fulda das "Label 11", in dessen Edition Metropolmusik herausragende Projekte von Vereinsmitgliedern dokumentiert werden. Hierfür ist er auch regelmässig als Produzent tätig und begleitete als Mentor Debut-Produktionen von u.a. Christian Elsässer, Rebecca Trescher, Dirk Mündelein, Yara Linss, Alex Bayer, Joachim Lenhardt, Julian Bossert und Werner Treiber.

Im November 2014 erhielt er die Ehrung als "Künstler des Monats" der Metropolregion Nürnberg.



WERK

Bereits mit seinem Debut tarot suite (einer zweistündigen Suite für Klaviertrio, entstanden 1990-92) schlägt er den Weg der musikalischen Durchleuchtung einer Ideen-Welt ein und nutzt auf der Basis des Jazz zahlreiche Einflüsse der klassischen, Neuen und Pop-Musik dazu, eine eigene Klangsprache zu entwickeln. Die Komposition wird vom Bayerischen sowie dem Westdeutschen Rundfunk produziert, 1994 auf CD veröffentlicht und in zahlreichen Konzerten und auf mehreren Festivals aufgeführt.

Die zyklische oder Mosaik-Form prägt in der Folge die meisten umfangreicheren Werke Peter Fuldas:
Der Klavierzyklus fin de siécle (1995) erforscht die Spuren der Geisteswelt der Jugendstil-Epoche auf einer Folie spätromantischer Stilistik
Die 24 moaning songs (1996) für Quintett oder Bigband reflektieren die Traditionen Bachs (Kompositionen in allen Tonarten) und des Blues (Klagegesang, Wurzel des Jazz)
schönbergs pierrot (1997) für improvisierendes Oktett ist eine freche Verneigung vor dem großen Werk (Pierrot Lunaire) des großen Meisters (Arnold Schönberg)
Die Suite silent dances (1998-99) für Klaviertrio und Gesangsvokalisen sucht die Begegnung mit verschiedensten Musik-Kulturen ohne die eigene Sprache aufzugeben
kawabata (offene Stücksammlung für verschiedene Besetzungen, 2001-02) will mittels eines eigenen Tonsystems in die Wahrnehmungskunst des japanischen Schriftstellers Yasunari Kawabata vordringen
Das Oratorium engel (2001) für Vokalensemble, elektronische Instrumente und Percussion versucht, das transzendente Phänomen des "Boten" zu erspüren
déneigement (15 Stücke für Oktett, 2005) fasst die vielfältigen Eindrücke des Aufenthaltes im kanadischen Montréal in einem bunt schillernden Klangmosaik zusammen
mozart - the piano arias (2006, Auftrag des Bayerischen Rundfunks anlässlich Mozarts 250. Geburtstag) kommentiert berühmte Arien aus Mozart-Opern mit der Klangwelt des Multi-Layer-Klaviers
8rituals (für Quintett, 2007-08) versucht sich mit brüsken Formen und überdichten Texturen von eingefahrenen, dysfunktionalen Denk- und Gefühlsmustern zu lösen
blackflash (für Multi-Layer-Klavier, inspiriert von "Heliographien" des bildenden Künstlers Albrecht Fendrich, 2010) erforscht in 12 streng formatierten 5-Minuten-Stücken die Klangwelten hinter dem Vertrauten
i am with you (für Sextett, 2011) geht mit "Minitiatursymphonien der Klassischen Moderne, die auf den Impetus von Popmusik treffen" (Beate Sampson) auf die Suche nach Geistern aller Art: Reste menschlichen Geistes, Naturgeister, Dschinns, Gruselgeschichten…

Für die Eröffnung der Sparte "Junge Met" des Theaters Pfütze in Kooperation mit dem Stadttheater Fürth im Jahr 2012 komponiert Peter Fulda die zweistündige Jugend-Oper der starke wanja nach einem Libretto von Horst Hawemann.

2012 schreibt und spielt er ausserdem die Bühnenmusik zu der bauer als millionär, einer Produktion von Thalias Kompagnons im Auftrag der Salzburger Festspiele.

2012-14 komponiert Peter Fulda zahlreiche kleinere Werke für verschiedene Projekte der Metropolmusik, u.a. ein konzert für vibraphon und kammerorchester, mehrere nocturnes und weihnachtslieder und zahlreiche Paraphrasen auf Lieder aus dem lochamer liederbuch. Ausserdem komponiert er den Liederzyklus undine spricht für Sopran und Klavier.

2014 verfasst er einen umfangreichen GEMA-Leitfaden für die Musiker der Metropolmusik, erstellt im Auftrag der Stadt Schwabach die Struktur eines wandelnden Konzertes anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten Adolph von Henselt, komponiert ein 15-minütiges Stück für marimbaphon und 3 percussionisten, eine fuge für Alte Instrumente, bearbeitet 10 Stücke seines ehemaligen Lehrers Chris Beier für eine tribut-konzertreihe, startet eine Sammlung von preludes & grooves und beginnt die Arbeit an einem Lehrbuch zur Jazz-Komposition.

2015 wird beim Jazzfest der HfMDK Frankfurt die Bigband-Suite stratosphere castles I uraufgeführt. In der Konzertreihe "Peter Fulda Jazz Composer" werden an fünf Abenden zahlreiche neue Werke aufgeführt (u.a. stratosphere castles II, die england-trilogie, urban explorer songs und die fallingwater-suite). Neben zahlreichen Konzerten mit verschiedenen Ensembles (u.a. „Peter Fulda Piano Trio“, „Trio Hazard“) und mehreren Veranstaltungen der Metropolmusik beginnt Fulda die Arbeit an einem Buch über Jazz-Komposition.

„Peter Fulda ist einer der kreativsten Köpfe der deutschen Jazz-Szene“ (Bayerischer Rundfunk)

"Ein kompositorischer Hintergrund voll kreativer Phantasie zeichnet die Klavierkunst Peter Fuldas aus" (Süddeutsche Zeitung)

"Mit einem unverwechselbaren Individualstil schafft Fulda eine Musik von zeitloser Schönheit“, (Rhein-Neckar Zeitung)

"Fuldas Kreativität übersteigt das rein Musikalische, verinnerlicht und verwebt zahlreiche Einflüsse in wahrhaft universellen Dimensionen.“ (neue musikzeitung)